Philosophische Aspekte der Medizin

Ausgabe: 2/2011

57. Jahrgang

Gefährdet Enhancement die Identität der Person?

Hallich, Oliver

Nach einer vorbereitenden Unterscheidung verschiedener Bedeutungen des Ausdrucks »Identität« (1) und einer Kritik des Versuches, »Identität« im Sinne von »Authentizität« aufzufassen (2), wird gefragt, ob Enhancement-Maßnahmen aufgrund der damit verbundenen Persönlichkeitsveränderungen (3) oder aufgrund der möglichen Durchbrechung diachroner personaler Identität (4) problematisch sein können. Es zeigt sich, dass der Hinweis auf die Legitimität selbst gewählter Persönlichkeitsveränderungen (DeGrazia) nicht ausreicht, um das Argument der Identitätsgefährdung zu entkräften, sofern Identität im Sinne diachroner Identität verstanden wird. Die Vorbehalte, die etwa im Gefolge von C. Elliott gegen die im Falle einiger Enhancement-Maßnahmen drohenden Veränderungen der Identität der Person vorgebracht wurden, erweisen sich insofern als berechtigt.

Tags: Identität

A central argument in the debate about the legitimacy of enhancement is that some measures of enhancement pose a threat to personal identity and are therefore morally questionable. In this contribution, I analyse and defend this argument. Following the distinction between different uses of the term “identity” and a critique of attempts to understand “identity” as “authenticity”, I discuss whether enhancement measures might be morally problematic because they (i) bring about changes in personality or (ii) endanger a person’s identity over time. It turns out that even though changing our personality via enhancement may be morally unproblematic, endangering a person’s identity over time is not. Thus, the reservations against enhancement voiced by C. Elliott and others are justified.

Tags: identity

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