Genetische Diagnostik an kranken Menschen

Ausgabe: 4/2002

48. Jahrgang

Dietmar Mieth, Was wollen wir können? Ethik im Zeitalter der Biotechnik, Freiburg i. Br./Basel/ Wien (Herder) 2002, 532 Seiten.

Buch, Alois Joh.

Mit dem Ziel, zu bioethischen Fragen ›verschiedene Perspektiven‹ zusammenzuführen, »die jeweils der pointierten Interpretation unterliegen «, ist dieses Buch aus mehrjähriger Befassung mit »ethisch exponierten Themen der Biotechnik « entstanden, die »in der konkreten Einzelheit doch immer ein Ganzes« in den Blick zu nehmen suchte (V). Hierzu fügt sich die Absicht des Verf., philosophische Argumente ebenso zu berücksichtigen wie theologische Fragen im Kontext autonomer Moral und erfahrungsorientierter Ethik zu verdeutlichen.

Das ›Einzelne‹ dieses in sechs Teile untergliederten Bandes umfasst näherhin eine breite Palette biotechnischer Verfahren oder Projekte und ihnen zugehöriger ethischer Fragestellungen, so den Gesamtbereich der Fortpflanzungsmedizin und in ihrem Umfeld anzusiedelnde, weiterreichende Themen (Teil 3) einschließlich Genomanalyse, Pränatal- und Präimplantationsdiagnostik, Gentests und -therapie sowie Forschung an embryonalen Stammzellen und Klonierung. Sodann ethische Problemfelder aus dem umfassenderen Bereich der Biotechnik (Teil 4), wozu Erörterungen etwa zu Gentechnik und Ernährung, zu ethischen Aspekten ›grüner‹ Biotechnologie, zur Tierethik, zur Bio-Patentierung und zur Xenotransplantation gehören. Ihre Umrahmung und Ergänzung finden viele dieser Überlegungen zu konkreter Ethik zum einen durch als ›sozialethisch‹ charakterisierte grundsätzliche Erwägungen (Teil 2), so – den anderwärts ausgeführten ethisch-methodischen Ansatz des Verf. verdeutlichend – zu Eigenart und Bedeutung moralischer Erfahrung für ethische Reflexion, zur Methodik zumal interdisziplinär orientierter plausibler ethischer Urteilsfindung (cf. 87 f) und ›Prioritätenerhebung‹ (73 ff) in komplexen Sachverhalten wie der Biotechnik, zu spezifischen sozialethischen Aspekten heutiger Medizin(-ethik) sowie zur Klärung des von den »Lebenswissenschaften selbst mit eigenen Mitteln« (48) letztlich nicht erfassbaren Lebensbegriffs, auch als Basis einer sachgerechten Ethik des Lebens; zum anderen werden eigens politische Bedingungsfaktoren von Ethik thematisiert, denen auch bezüglich der Biotechnik nicht geringe Bedeutung beigemessen wird – in diesem Kontext werden neben der kritisch-konstruktiven Kommentierung (cf. 334) von Stellungnahmen politisch-institutioneller Gremien (z. B. europäische Menschenrechtskonvention zur Biomedizin, Unesco-Deklaration zum menschlichen Genom) u. a. eine Reihe von grundlegenden Überlegungen zu Recht und Sittlichkeit, zu Prinzipien der Rechtsfindung und zur »Frage nach gemeinsamen Werten« (365) vornehmlich in europäischen Gesellschaften vorgelegt (Teil 5). usw.

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