Perspektiven medizinischer Ethik

Ausgabe: 1/2012

58. Jahrgang

Helen Kohlen, Conflicts of Care. Hospital Ethics Committees in the USA and Germany, Frankfurt a. M./New York (Campus) 2009, 251 Seiten

Manzeschke, Arne

Care ist eine soziale Praxis, die weit über den medizinisch-pflegerischen Rahmen gesundheitlicher Versorgung hinaus reicht. Und damit fangen die Konflikte schon an: Wie übersetzt man den mittlerweile auch in Deutschland breit etablierten Begriff Care? Es ist eben mehr als das, was wir landläufig mit Pflege bezeichnen – sei es die professionell erbrachte im ambulanten oder stationären Kontext, sei es die von Angehörigen und anderen Laien geleistete. Aber auch der deutsche Begriff Fürsorge vermag nicht so ganz wiederzugeben, was mit Care gemeint ist. Care bezeichnet gemäß der US-amerikanischen Politikwissenschaftlerinnen Joan Tronto und Berenice Fisher »alle Aktivitäten, mit denen wir unsere Welt erhalten, entwickeln und wiederherstellen, so dass wir in ihr so gut wie möglich leben können« (vgl. Kohlen 118; Übersetzung: A. M.). Care umfasst vielfältige Aktivitäten, mit denen wir Menschen uns von uns selbst lösen, uns für andere/s engagieren und Verantwortung für den Anderen und das gedeihliche Zusammenleben übernehmen. Dieser sorgsame und pflegliche Umgang mit den und dem Anderen und sich selbst hat seinen Ursprung in der Beziehung zum anderen Menschen und der gemeinsamen Exploration mit ihm, was für ihn und miteinander gut sein könnte.

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