Organtransplantation und Todesfeststellung

Ausgabe: 2/2012

58. Jahrgang

Hirntod

Schockenhoff, Eberhard

Die bis vor Kurzem als abgeschlossen bezeichnete Debatte um Hintod und Organentnahme in Deutschland bedarf einer Wiederaufnahme. Katalysator der Diskussion war u. a. der Bericht des President’s Council on Bioethics. Der Autor setzt sich mit dieser Schrift intensiv auseinander und diskutiert die Einwände gegen das Hirntodkrierium. Im Anschluss daran begibt er sich auf die Suche nach einem sicheren und zugleich praktikablen Todeskonzept. Der Hirntod wird dabei zunächst als sicheres Indiz und reales Zeichen für den Tod des Menschen erkannt. Gegenüber den diskutierten Kriterien (Grundfähigkeit des Organismus zum Austausch mit seiner Umgebung) schlägt der Autor vor, als Kriterium des Todes einzuführen, ob ein Organismus die für ihn charakteristischen Prozesse der Integration nach innen und der Wechselwirkung nach außen in aktiver Eigenaktivität erbringt. Der Hirntod bildet so nicht etwa ein Entnahmekriterium, sondern ein gültiges Todeskriterium.

Tags: Transplantationsmedizin Organspender

The debate about brain death and organ donation needs to be revisited. A catalyst of that debate has been a report by the US President’s Council on Bioethics. The author analyzes that report and discusses the objections against the brain death criterion. He the goes on to look for a reliable and practicable criterion of death. Brain death is regarded as a sure indication and real sign of death. The author rejects the idea that an organism is alive if it is able to interact with its environment. Instead he suggests that an organism needs to be able to carry out characteristic processes of integration ad intra and interaction ad extra actively and by itself. Thus brain death is not merely a criterion for the removal of organs but a valid criterion of death

Tags: transplantation medicine organ donors

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