Ethische Entscheidungen vor und nach der Geburt

Ausgabe: 3/2012

58. Jahrgang

Handlungsresultat Mensch. Zum Beginn individuellen menschlichen Lebens

Schmid-Tannwald, Ingolf

Der individuelle Lebensbeginn des Menschen und Beschreibungen davon sind zweierlei. Das Fortpflanzungsmodell beschreibt nur, wie immer wieder neue Organismen entstehen. Wie Menschen aber zu ihren je einzigartigen Bedeutungen in der Alltagswelt kommen, stellte man bisher in der Medizin nur kasuistisch dar. Dank des Modells der Lebens und Alltagswelt der phänomenologischen Soziologie ist dies auch wissenschaftlich möglich. Weil die Inhalte beider Modelle aber in unterschiedlichen Fachsprachen gefasst sind, muss man sie zunächst in die Alltagssprache als gemeinsamen sprachlichen Nenner übersetzen, um den individuellen Lebensbeginn durchgehend beschreiben zu können. Dabei erweist sich der menschliche Organismus als das Handlungsresultat seiner Eltern und deren Vorfahren; er ist deren biologisches Erzeugnis und das lebensweltliche Zeugnis ihrer Bewusstseinsvorgänge. Letzteres, so die These, macht den »inneren Wert« (Kant) oder die Würde jedes Menschen aus, begründet seine Schutzwürdigkeit und ermöglicht eine Rückkehr zu einer Kunst des Heilens. Die zweifache Qualität des Menschen ermöglicht zudem eine Unterscheidung von er- und gezeugten menschlichen Embryonen sowie von nicht-menschlichen Lebewesen.

Tags: IVF

Tags: IVF

Zum vollständigen Artikel | Artikel bestellen

Zurück