Biomedizin am Lebensanfang

Ausgabe: 2/2003

49. Jahrgang

Die Organspende zwischen passiver und aktiver Akzeptanz. Ethische Leitlinien zu einer aktuellen Diskussion

Arntz, Klaus

Seit dem In-Kraft-Treten des Transplantationsgesetzes im Jahr 1997 hat die Bereitschaft zur Organspende abgenommen. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Gründe hierfür sind unter anderem die Sorge, unnötig lange künstlich am Leben gehalten zu werden und die Befürchtung, als Ersatzteillager missbraucht zu werden. Die bisweilen vertretene Auffassung einer radikalen Verpflichtung zur Organspende folgt einem postmortalen Utilitarismus und ist vor allem aus anthropologischen Überlegungen abzulehnen. Die theologische Ethik sollte die Organspende als Tat exzellenter Nächstenliebe nachdrücklich fördern, da die moralische Unentschiedenheit weiter Teile der Bevölkerung in diesen Fragen das eigentliche Problem darstellt. Gegebenenfalls ist – im Sinne einer Ultima Ratio – eine Gesetzesänderung (Widerspruchslösung) herbeizuführen.

Tags: Zustimmungslösung Widerspruchslösung ethische Diskussion

Tags: giving and withholding of consent ethical debate

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