Biomedizin am Lebensanfang

Ausgabe: 2/2003

49. Jahrgang

Gregor Damschen/Dieter Schönecker (Hgg.), Der moralische Status menschlicher Embryonen. Pro und contra Spezies-, Kontinuums-, Identitäts- und Potentialitätsargument, Berlin/New York (Walter de Gruyter) 2003, 331 Seiten.

Honecker, Martin

Aus Anlass der Entscheidung des britischen Unterhauses, das Klonen menschlicher Embryonen für therapeutische Zwecke freizugeben und der auch dadurch ausgelösten heftigen Debatte um den moralischen Status menschlicher Embryonen, veranstaltete die DFG an der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina in Halle (Saale) eine Tagung vom 23. bis 24. Februar 2002. Die Vorträge dieser Tagung werden im vorliegenden Sammelband dokumentiert. Vier klassische Argumente der Embryonendebatte sollten bei dieser Veranstaltung auf ihre logische Konsistenz hin überprüft werden, nämlich das Speziesargument, das Kontinuumsargument, das Identitätsargument und das Potentialitätsargument. Diese Argumente – abgekürzt als SKIP-Argument – wurden jeweils von einem Vertreter (Pro-Position) und Gegner (Contra-Position) analysiert. Vorgegeben war vom Veranstalter den Vertretern der jeweiligen Position ein syllogistischer Schluss, der auf seine Schlüssigkeit hin überprüft werden sollte. Im Kern geht es also in allen vier Argumenten um die gleiche Fragestellung und um die gleichen Probleme. Das Vorwort der Herausgeber gibt einleitend einen Überblick über die Themen- und Aufgabenstellung. Das Speziesargument wird unter dem Pro von Eberhard Schockenhoff und unter dem Contra von Reinhard Merkel erörtert. Das Kontinuumsargument behandeln Ludger Honnefelder (Pro) und Matthias Kaufmann (Contra), das Identitätsargument Rainer Enskat (Pro) und Ralf Stoecker (Contra), das Potentialitätsargument Wolfgang Wieland (Pro) und Bettina Schöne-Seifert (Contra). Thematisch überschneiden sich die Beiträge – begreiflicherweise – vielfach. Zudem zeigt sich in jedem Beitrag, dass eben nicht nur das korrekte Schlussverfahren und die logisch korrekte Form des Arguments auf dem Prüfstand stehen und ausschlaggebend sind, sondern immer schon kulturelle Wertvorstellungen und Hintergrundannahmen als Voraussetzung mit im Spiel sind. Deshalb sind der methodische Ansatz und die Gesamtkonzeption insgesamt zu diskutieren.

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