Der vorausbestimmte Wille – Patientenverfügungen II

Ausgabe: 4/2013

59. Jahrgang

Nach dem Gesetz: Akzeptanz und Verbreitung von Patientenverfügungen bei Tumorpatienten

Sahm, Stephan;Hilbig, Joachim

Im Jahre 2009 wurde im Betreuungsrecht die Verbindlichkeit von Patientenverfügungen in Deutschland geregelt. Die Verbreitung von Patientenverfügungen vor Verabschiedung des Gesetzes war gering. In einer strukturierten Befragung von Tumorpatienten wurden die Verbreitung von Patientenverfügungen, Einstellungen zu spezifischen Behandlungsoptionen am Lebensende und mögliche Hindernisse beim Abfassen einer Verfügung erfragt. Die Verbreitung von Patientenverfügungen unter Tumorpatienten ist weiterhin gering (11 Prozent), obgleich viele Befragte das Instrument bzw. die Beschäftigung damit positiv bewerten. Patienten erweisen sich in hohem Maße als unsicher, medizinische Behandlungskonstellationen im Voraus zu antizipieren und ihre Behandlungswünsche niederzulegen. Ein signifikanter Anteil der Befragten hegt zudem Befürchtungen, zur Niederlegung einer Patientenverfügung gedrängt werden zu können oder hält Missbrauch für möglich. Die Akzeptanz von Patientenverfügungen unter Tumorpatienten hat sich in der Zeit nach Verabschiedung des Gesetzes nicht verändert, sie ist insgesamt gering. Alternative Strategien wie das Advance care planning sind daher zu bevorzugen.

Tags: Advance care planning

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