Beschneidung von minderjährigen Jungen

Ausgabe: 1/2014

60. Jahrgang

Das Beschneidungsgesetz in der Kritik: verfassungsrechtliche Legitimation, Anwendungsprobleme, Reformbedarf

Rixen, Stephan

Das Beschneidungsgesetz hat die politische Debatte über die Zulässigkeit der Beschneidung nicht-einwilligungsfähiger männlicher Kinder nur vorläufig beendet. Die Kritik am Gesetz hält an. Der Beitrag gibt einen Überblick über die Regelungen des Gesetzes und erläutert die grundrechtlichen Hintergründe. Er verdeutlicht, dass bei der verfassungsrechtlichen Einordnung zwei Vorverständnisse konkurrieren: eine strikt kinderrechtsoptimierende Interpretationsmaxime und ein bislang auch in der Rechtsprechung vorherrschender Ansatz, der die Einschätzungsprärogative der Eltern favorisiert. Verfassungsrechtlich problematisch ist insbesondere die Frage, ob bzw. wie sichergestellt werden kann, dass die Beschneidung möglichst schmerzfrei erfolgt. Hier sind weitere Normierungen im Interesse der betroffenen Kinder nötig.

Tags: Elternrecht Grundgesetz Religionsgemeinschaften

The article gives an overview of the German Law on Circumcision of Male Minors and its constitutional implications. The law is still under strong criticism as well as the constitutional arguments that justify the parents’ right to circumcision. The constitutional law approach differs due to contrary principles of interpretation: on the one hand the principle of strengthening childrens’ rights, on the other the principle of respecting the parental prerogative which is still the predominant approach in German legal thinking. Constitutional law disputes especially refer to the problem if circumcision of infants can be realized painlessly. Specific regulations focusing on the problem of anesthesia for neonatal circumcision are recommended.

Tags: parental prerogative constitutional law religious groups

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