Ethik und Behinderung

Ausgabe: 3/2014

60. Jahrgang

Anthropologische und ethische Aspekte von Behinderung

Eurich, Johannes

Bei der Auseinandersetzung mit dem Phänomen Behinderung gewinnen soziale Prozesse zunehmend an Bedeutung, wobei die Anerkennung menschlicher Verschiedenheit als Ziel postuliert wird. Zwangsläufig werden so Fragen nach der Vereinbarkeit sozialer und medizinischer Verständnisse von Behinderung aufgeworfen, wobei die Reduktion eines Menschen auf eine medizinisch feststellbare »Schädigung« zugunsten einer im umfassenden Sinne den Menschen als solchen wahrnehmenden Perspektive zu überwinden ist. So lässt sich hinsichtlich der in unserer Kultur geltenden anthropologischen Grundlagen argumentieren, dass Menschen mit Behinderung uneingeschränkt unter den Schutz der Menschenwürde fallen und im vollen Sinne Träger von Menschenrechten sind. In diesem Beitrag wird dies aus christlicher Perspektive unter Bezug auf die Gottebenbildlichkeit des Menschen ausgeführt und es werden auch Differenzen zur Begründung der Menschenwürde durch Kant einbezogen. Die hieraus resultierenden ethischen Konsequenzen beinhalten die Dekonstruktion festsitzender und pathologisierender Vorstellungen von Behindertsein, die durch Interaktion und Diskurse mit Betroffenen unter Miteinbeziehung sozialpolitischer, rehabilitativer und pädagogischer Kontexte vorangetrieben werden muss.

Tags: Soziales Modell Menschenbild/Gottebenbildlichkeit Dekonstruktion

Tags: social model concept of man/image of God deconstruction

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