Gesundheit in medizinischen Berufen

Ausgabe: 1/2015

61. Jahrgang

Resilienz im ärztlichen Berufsalltag fördern

Frick, Eckhard;Schießl, Andreas

»Resilienz« (von lat. resilire – zurückspringen) ist die Fähigkeit eines Materials, auf äußeren Druck widerstandsfähig und flexibel zu reagieren, ohne zu brechen oder sich bleibend zu deformieren. Auf den ärztlichen Beruf angewandt, meint Resilienz einen engagierten, flexiblen und zugleich abgegrenzten Umgang mit Belastungen. Fehlende Resilienz hingegen ist charakterisiert durch Rückzug, Erstarrung, Aufrechterhalten einer funktionierenden und sozial erwünschten Fassade bei wachsender innerer Unausgeglichenheit. Resilienz kann einerseits individuell eingeübt und gestärkt, andererseits systemisch-institutionell anerkannt und gefördert werden. Im beruflichen Alltag braucht die persönliche Resilienz ein kollegiales Klima, in dem Achtsamkeit und Anerkennung von Grenzen als stärkende Ressourcen gelten. Resilienzsteigernde Interventionen zielen sowohl auf das Einüben dementsprechender Fähigkeiten als auch auf eine nachhaltige Einstellungsveränderung ab. Ärzte sind es meist nicht gewohnt, sich eigene Bedürfnisse einzugestehen – in manchen Fällen zum Schaden des Patienten. Damit Ärzte ihre eigenen Bedürfnisse wahrnehmen können, bedarf es sowohl der eigenen und kollegialen Akzeptanz als auch der »Erlaubnis von oben« z. B. seitens der Öffentlichkeit, des Trägers, der Leitung usw.

Tags: Resilienz Ärzte Heilungsarchetyp

»Resilience« (from lat. resilire – to jump back) is a material’s capacity to »bounce back« after outer pressure, to react with resistance and flexibility without breaking or enduring deformation. Applied to the medical profession, resilience means an engaged, flexible coping with challenges that respects its own boundaries. Conversely, a lack of resilience is characterized by withdrawal, numbing, maintaining of a functioning and socially desired façade. Resilience may be individually trained and strengthened on the one hand and systemically and institutionally recognised and fostered, on the other. In daily professional practice, personal resilience needs a cooperative climate among colleagues where mindfulness and acknowledgement of boundaries are respected as strengthening resources. Interventions enhancing resilience aim at learning such capacities as well as at sustainable modification of attitudes. Doctors are rarely accustomed to acknowledge their own needs. This may be detrimental for their patients. Consequently, for acknowledging their needs, their colleagues’ acceptance is required and »permission from top to down«, i. e., from public accountability, responsible organizations, and institutional leaders.

Tags: resilience physicians archetype of healing

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