Güterabwägungen und medizinethische Entscheidungen

Ausgabe: 2/2015

61. Jahrgang

Ethische Legitimität der Beschneidung?

Mack, Elke

Die kontroverse Debatte zur Beschneidung von Jungen wird aus der Perspektive einer christlichen Ethik erörtert. Pro Argumente werden aus der Bundestheologie, mit dem Blick auf Zugehörigkeitsriten des Judentum und des Islam und aus der Perspektive der medizinischen Prävention für eine geringere Übertragbarkeit von Keimen und bessere Hygiene vorgebracht. Contra Argumente entstammen der Menschenrechtsethik und bringen die Rechtsgüter der körperlichen Unversehrtheit, der individuellen Selbstbestimmung und der Religionsfreiheit mit der Pflicht einer bewussten Zustimmung durch den Betroffenen in die Debatte. Auch die Möglichkeit psychischer Traumata und der Einschränkung sexueller Selbstentfaltung werden artikuliert, wobei der medizinische Nutzen sehr kontrovers diskutiert wird. In Würdigung aller Argumente soll eine ausgewogene Urteilsbildung angeregt werden, bei der Judentum und Islam für sich entscheiden, jedoch die Beschneidungspraxis in christlichen Gesellschaften angesichts der Würde menschlicher Person in allen ihren Dimensionen aufgeklärt werden soll.

Tags: education art model

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