Güterabwägungen und medizinethische Entscheidungen

Ausgabe: 2/2015

61. Jahrgang

Zur vernachlässigten Schutzpflicht der Rechtsordnung gegenüber ungeborenen »Behinderten«

Duttge, Gunnar

Sowohl die Schwangerenvorsorge im Rahmen der Pränataldiagnostik als auch die mittlerweile gesetzlich zugelassene Präimplantationsdiagnostik zielen auf die Detektion eventueller »Defekte« bzw. Schadensanlagen beim Embryo bzw. Fötus. Die absehbare Folge eines positiven Befundes ist, dass die betroffenen Eltern bzw. die Schwangere sich gegen eine Implantation bzw. Fortsetzung der Schwangerschaft entscheiden. Diese Form der »Selektion« wird überwiegend nicht als »Diskriminierung« angesehen, weil es sich bloß um eine individuelle Disposition im Rahmen der Fortpflanzungsfreiheit handle. Der Beitrag beleuchtet diese Einschätzung im Lichte des Art. 3 Abs. 3 S. 2 GG sowie der UN-Behindertenrechtskonvention kritisch.

Tags: Pränataldiagnostik Präimplantationsdiagnostik Schutzpflicht des Staates

Tags: prenatal-diagnosis preimplantation genetic diagnosis governmental duty of protection

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