Medizin interkulturell

Ausgabe: 3/2003
(nur Online verfügbar)

49. Jahrgang

Giovanni Maio, Ethik der Forschung am Menschen. Zur Begründung der Moral in ihrer historischen Bedingtheit, Stuttgart-Bad Cannstatt (Frommann-Holzboog) 2002 (Medizin und Philosophie. Beiträge aus der Forschung; Bd. 6), 396 Seiten.

Buch, Alois Joh.

Aus der Überzeugung, dass verallgemeinerbare Forschung am Menschen zugleich Überindividualität im Sinne des Absehens von einzelnen Versuchspersonen verlangt, will dieses Buch – die gekürzte Fassung der Habilitationsschrift des Autors – nach der Unterscheidung »zwischen ethisch legitimierter und ethisch illegitimer Forschung« vor allem im Hinblick auf einwilligungsunfähige Patienten (22, cf. 51) fragen und hierfür »Kriterien systematisch […] erarbeiten sowie deren Zeitgebundenheit« (15) aufzeigen. Verf. erwartet angesichts der ungelösten Wertkonflikte und eines bisher mangelnden Konsenses gerade »für eine praktische Bewertung der Forschung am Menschen« (ebd.) aus dem Zueinander von Ethik, Theorie und Geschichte der Medizin wesentliche Einsichten. Mithin werden systematische wie historische Dimensionen der ethischen Diskussion über Humanforschung in den Blick genommen: Zunächst sind Fragen der Normbegründung aufgegeben, zumal für eine Ethik der Forschung, die sich explizit als normativ begreift (cf. 19, 21). Verdeutlicht und konkretisiert wird diese sodann an bedeutsamen Problembereichen der Forschung, schließlich wird nach dem Bezug normativer Überzeugungen zu jeweiligem historischem und sozialem Kontext gefragt – stets nicht die Faktizität von Forschung sondern deren Diskussion in den Blick nehmend, sachlich wie zeitlich zudem konzentriert, und zwar anhand ausgewählter Quellen auf die diesbezügliche Diskussion in Frankreich seit 1945.

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