Medizinethik und ärztliche Profession

Ausgabe: 3/2016

62. Jahrgang

Profession und Professionalität in der Medizin: Aktualität, historische Dimension und normatives Potenzial eines zentralen Begriffspaars für ärztliches Handeln

Roelcke, Volker

In standespolitischen Debatten wird häufig auf ein Bild von der ärztlichen Profession rekurriert, das durch Autonomie gegenüber dem Staat, funktionierende Selbstkontrolle, Reputation und Primat des Patientenwohls gekennzeichnet ist. Dieser »Normalzustand« sei heute gefährdet durch staatliche Eingriffe und Prozesse der Ökonomisierung bis hin zur Deprofessionalisierung der Medizin. Der Beitrag überprüft dieses Bild anhand der historischen Evidenz zu Status und Verfasstheit des Ärztestandes und den damit verbundenen Verhaltensstandards. Er dokumentiert, dass der Status der Berufsgruppe durchgängig ein dynamisches Resultat von Aushandlungsprozessen zwischen Ärzteschaft, Gesellschaft und Obrigkeit war und dass Rechte und Pflichten des Berufsstandes nur in Abhängigkeit von öffentlichen Debatten und Vertrauen verstanden werden können. Mögliche normative Implikationen dieser historischen Befunde werden vorgestellt und diskutiert.

Tags: Geschichte Verhaltensnormen Selbstregulation

Tags: history norms of conduct self-regulation

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