Migranten im Medizinsystem

Ausgabe: 1/2018

64. Jahrgang

Praktische Probleme mit der medizinischen Erstversorgung von Flüchtlingen - ein Erfahrungsbericht aus Frankfurt

Latasch, Leo

Als die deutsche Bundesregierung im Herbst 2015 aus humanitären Gründen innerhalb kürzester Zeit (eines Monats) die Grenzen öffnete, kamen mehrere Hunderttausend Flüchtlinge ins Land. Besonders zu Beginn war keine Kommune auf diese Anzahl von Menschen vorbereitet. Das bedeutete eine große Herausforderung hinsichtlich Unterbringung, Nahrungsmittel, medizinische Versorgung und Tagesaktivitäten, bis die Regierung über den Asylstatus entscheiden würde. Die Hilfe Freiwilliger war in den ersten Wochen nicht wegzudenken. Dieser Artikel beschreibt medizinische Hilfestellungen der Gesundheitsbehörde der Stadt Frankfurt, eine der großen Städte Deutschlands, zur Versorgung der Flüchtlinge. Innerhalb von zwei bis drei Wochen wurde die komplette Gesundheitsversorgung aufgestellt, wobei die Stadt Frankfurt alle Kosten vorschoss, deren Übernahme von der Bundesregierung zugesagt wurde. Nicht alle Städte in Deutschland waren in der Lage, diesen Betrag aufzubringen. Dies war eines der größten Probleme der Erstversorgung der schutzsuchenden Menschen. Obwohl die Flüchtlingszahl in Frankfurt 5.000 niemals überstieg, waren rund um die Uhr fast 90 Ärzte notwendig, um die Versorgung sicherzustellen. Die gestellten Diagnosen unterschieden sich nicht von denen der deutschen Restbevölkerung.

Tags: Gesundheitsamt Notunterkunft Hygienevorschriften Schutzimpfung psychosoziale Betreuung

Tags: public health department emergency shelter hygiene regulations (preventive) vaccination psychosocial care

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