Präimplantationsdiagnostik und Lebensschutz

Ausgabe: 4/2003

49. Jahrgang

Fortpflanzungsfreiheit und verantwortliche Elternschaft. Zur ethischen Problematik der Präimplantationsdiagnostik

Schockenhoff, Eberhard

In der gegenwärtigen Debatte um eine Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) herrscht in ärztlicher, politischer, rechtlicher und ethischer Hinsicht Uneinigkeit. Dieser Beitrag nimmt eine umfassende ethische Bewertung der PID vor. Dabei wird nicht nur die Zielsetzung des Verfahrens in den Blick genommen, sondern der Autor bezieht weitere ethische Urteilskriterien mit ein. Argumentationen, die in ethischer Sicht eine Zulassung der PID mit dem Hinweis auf die elterliche Fortpflanzungsfreiheit und die Verpflichtung des ärztlichen Berufsstandes, unzumutbares menschliches Leiden abzuwenden, zu begründen versuchen, hält der Autor für unzureichend. Er bezieht neben den Zielen des PID-Verfahrens auch die einzelnen Teilschritte und Methoden in seine Bewertung mit ein und überprüft die erkennbaren und zu erwartenden Folgen. Abschließend kommt der Beitrag unter Verweis auf ein gegen die Menschenwürde gerichtetes Instrumentalisierungsverbot und die Unhaltbarkeit der Utopie einer leidlosen Welt zu dem Schluss, dass die PID trotz hochrangiger Zielsetzungen ethisch nicht gerechtfertigt werden kann.

Tags: Verantwortung Reproduktionsmedizin Fortpflanzungsfreiheit

The current debate about the introduction of preimplantation genetic diagnosis (PGD) is characterised by a diversity of medical, political, legal and moral views. This paper offers a comprehensive ethical assessment of PGD. The author considers not only the aims of that procedure but includes other moral criteria. In particular, he rejects arguments in favour of an introduction of PGD on the basis of parents’ procreative rights and the obligation of the medical profession to prevent intolerable human suffering. In addition to the aims of PGD, his moral assessment also addresses the individual steps of the procedure and evaluates the recognisable and conceivable consequences. Based on the views that to use somebody only as a means is a violation of human dignity and that a world without suffering is an untenable utopian idea, the paper concludes that despite its high-ranking aims PGD cannot be ethically justified.

Tags: responsibility reproductive medicine right to reproduce

Zum vollständigen Artikel | Artikel bestellen

Zurück