Präimplantationsdiagnostik und Lebensschutz

Ausgabe: 4/2003

49. Jahrgang

Vermittlungsprobleme in der medizinethischen Diskussion zur Präimplantationsdiagnostik

Strech, Daniel

Die gegenwärtige medizinethische Diskussion zur Präimplantationsdiagnostik ist bestimmt durch zwei sich gegenüberstehende Argumentationstypen. Die Befürworter bedienen sich vornehmlich eines pragmatisch-nutzenorientierten Argumentationstyps. Aus einer subjektiven, situativen Perspektive heraus werden die Interessen und Bedenken möglicher Patienten nach Pro- und Kontraargumenten gegeneinander abgewogen. Auf der anderen Seite argumentieren die Kritiker der Präimplantationsdiagnostik hauptsächlich gesellschaftspolitisch-folgenorientiert. Ein hierbei aufgezeigtes Negativpotential dieser Technik wird aus einer eher objektiven und folgenorientierten Perspektive heraus bewertet. Dabei wird in den eigentlichen Bewertungsprozess neben den technikspezifischen Aspekten eine Vielzahl von heterogenen Überlegungen integriert. Die unterschiedlichen Ansätze der beiden Argumentationstypen bedingen eine grundlegende Asymmetrie. Aufgrund der hochgradigen Komplexität des Bewertungsprozesses ist der gesellschaftspolitische Argumentationstyp anders als der pragmatische mit einem latenten Vermittlungsproblem belastet.

Tags: Autonomie Schiefe-Ebene-Argumentation Präimplantationsdiagnostik gesellschaftspolitische Argumentation

Tags: autonomy slippery-slope-arguments preimplantation genetic diagnosis socio-political argumentation

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