Präimplantationsdiagnostik und Lebensschutz

Ausgabe: 4/2003

49. Jahrgang

Holger Zaborowski (Hg.), Wie machbar ist der Mensch? Eine philosophische und theologische Orientierung. Mit einem Geleitwort von Karl Kardinal Lehmann, Mainz (Matthias-Grünewald-Verlag) 2003, 228 Seiten.

Splett, Jörg

Die Moderne ist nicht unwesentlich durch die Entdeckung der Person charakterisiert, allerdings auch durch eine spezifische Ambivalenz dem Personenbegriff gegenüber. Denn dieser hat 1. grundlegend – als Würdename – moralische Implikationen, 2. steht er wesentlich in interpersonalem Kontext, 3. meint er eine mehrdimensionale Wirklichkeit: Geist in Leib. Die Neuzeit aber stellt das isolierte Subjekt ins Zentrum, unter dem Ideal wissenschaftlich-exakten Wissens, in einem Dualismus von verfügbarem stofflichem Sein und extra-naturalem Freiheits-Bewusstsein. Diese Ambivalenz ist immer offenkundiger geworden – und mit ihr die Ambivalenz von Aufklärung und Fortschritt, um zwei weitere Grundworte der Moderne zu nennen. Wie soll und kann man angesichts wachsender Möglichkeiten der Medizin zwischen »Tabus « unterscheiden, die es zu überwinden, und solchen, die es zu bewahren gilt? Die Diskussion um den »neuen Menschen« zeigt sich als Krise der Person: ihres Begriffs wie der Unantastbarkeit ihrer Würde.

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