Philosophie in der Medizin

Ausgabe: 2/2019

65. Jahrgang

Herausforderungen der Freiheit

Bormuth, Matthias

Als Psychiater lernte Karl Jaspers (1883–1969) das Arzt-Patient-Verhältnis in der Psychotherapie konkret kennen. Er beschrieb im Übergang zur Existenzphilosophie 1915 ein sokratisches Modell als Gesprächsideal, das er später in der Philosophie in dem Konzept der ‚existentiellen Kommunikation‘ egrifflich fasste. In der ergänzten Neufassung der Allgemeinen Psychopathologie führte Jaspers anthropologische und ethische Überlegungen zum Arzt-Patient-Verhältnis ein, die individuell verantwortete Spekulationen in finalen Fragen der Lebensführung beinhalten. Gegen führende Vertreter der Psychoanalyse und Psychosomatik vertritt Jaspers eine kantische Position, deren aktuelles Vorbild Max Webers Idee einer wertbezogenen Wissenschaft ist. Dass Weber allerdings die Herausforderungen der Freiheit pluralistischer beantwortet als mit Kant denkbar, ist für Jaspers nur schwer anzuerkennen.

Tags: Immanuel Kant Max Weber Psychotherapie

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