Sterbefasten

Ausgabe: 3/2019

65. Jahrgang

Rechtlicher Kommentar

Rostalski,Frauke

Aus rechtlicher Perspektive unterscheiden sich die beiden Fallberichte in relevanter Weise. Der maßgebliche Unterschied, der insbesondere eine abweichende rechtliche Bewertung des Verhaltens der jeweiligen Akteure nach sich zieht, liegt im Kern darin, dass wir es allein in einem Fall mit einer einwilligungsfähigen Person zu tun haben, die sich freiverantwortlich mit dem Ziel der Herbeiführung des eigenen Todes gegen eine weitere Nahrungsaufnahme entscheidet. Dies ist im Hinblick auf die 80-jährige Patientin (P) im ersten Fallbericht grundsätzlich anzunehmen. Zwar ließe sich gegen die Ernsthaftigkeit ihres Sterbewunsches die Tatsache anführen, dass sie verwitwet und kinderlos ist und daher unter Umständen an Einsamkeit leidet, die ihre Entscheidungsfreiheit beeinträchtigt. Allerdings fehlt es an für diese Einschätzung erforderlichen, zusätzlichen Angaben im Fallbericht, weshalb im Weiteren davon ausgegangen werden sollte, dass wir es insoweit mit einer freiverantwortlichen Entscheidung der P zu tun haben, während B im zweiten Fallbericht aufgrund ihrer Demenz zu einer freien Willensbildung nicht in der Lage ist.

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