Medizin und Ökonomie

Ausgabe: 2/2002
(nur Online verfügbar)

48. Jahrgang

Die Eingrenzung des Leistungsspektrums des solidarfinanzierten Gesundheitssystems als Herausforderung liberaler Konzeptionen politischer Ethik

Werner, Micha H.

Bei der Prioritätensetzung im Kontext des solidarfinanzierten Gesundheitssystems durchdringen sich Fragen des guten Lebens und Fragen der Gerechtigkeit. Dies stellt eine Herausforderung für das liberale Postulat staatlicher Neutralität dar. Der Aufsatz diskutiert drei mögliche Reaktionen: Die Preisgabe des Neutralitätspostulats im Rahmen einer essentialistischen Theorie des guten Lebens (»Essentialismus«); die Verteidigung des Neutralitätspostulats durch Verweis auf gemeinsame Realisierungsvoraussetzungen verschiedener Entwürfe des guten Lebens (»Transzendentalisierung«) sowie die Abschwächung des Neutralitätspostulats im Rahmen einer prozeduralistischen Konzeption politischer Gerechtigkeit (»Prozeduralisierung«). Plädiert wird für eine Kombination der zweiten und der dritten Strategie.

Tags: Gerechtigkeit politische Ethik

When setting priorities in the context of a publicly financed health-care system, questions of the good life interfere with questions of distributive justice. This is a challenge for liberal conceptions of political ethics, which endorse the ideal of neutrality in the political sphere. This paper discusses three possible strategies: Giving up the ideal of neutrality in favour of a strong essentialist conception of the good (»essentialist strategy«); defending the ideal of neutrality by reference to universal prerequisites for different conceptions of the good (»transcendental strategy«); weakening the ideal of neutrality by a procedural conception of political justice (»procedural strategy«). The author argues for a combination of the second and the third strategy.

Tags: justice political ethics

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